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Aus der Kategorie „Humor“ (Kurzgeschichten):

Michel Sommer

Norfrim


Norfrim
 

 
Erstes Kapitel
 

 
Durch die Wüste
 

 
„Mir reicht es langsam“ maulte Amadeus. „Klappe, Amadeus, ich sage wir müssen weiter“ erwiderte Karnock darauf. „Seit beide still, oder die Norfrims entdecken uns noch“ flüsterte Karmillo. Ich sagte nichts. Ich sprach nur selten. Ich konzentrierte mich voll aufs laufen. Doch ich hörte, wie Amadeus murmelte: „Deine Norfrims können uns gestohlen bleiben“. „Das wäre wohl das beste, denn wenn sie uns entdecken wäre das schlecht“ sagte ich laut und deutlich. Ich dachte über unsere Reise nach. Ich erinnerte mich daran, wie wir vor einem Monat aufgebrochen sind, und wie Talor, der König von Sarkassa uns sagte: „Ich habe vernommen, dass sich das Zepter des ersten Königs von Sarkassa in Norfrim befindet. Ich muss euch wohl kaum sagen, dass es für uns wirklich wichtig ist. Zum einen ist es ein Teil unserer Geschichte, zum anderen eine mächtige Waffe. Und ihr fünf solltet es nun suchen, irgendwo in Norfrim“. Ja, wir fünf, Amadeus, unser Magier, immer etwas faul und griesgrämig in einer weiten braunen Robe, Karnock, der Krieger, in einer prächtigen norgischen Rüstung, der immer auf Krieg und Töten aus war. Ich glaube, er kam nur mit, weil er hörte, dass die Norfrims sehr jähzornig waren und erstmals alles Angriffen was sie sahen. Karmillo, ein Dieb durch und durch, ein geschickter Bogenschütze und –Bauer, der leider sehr feige war. Tamankon, ein seltsamer Kerl, der nie spricht und von dem ich keine Ahnung habe zu was er gut ist. Und schliesslich ich selbst, Marthanol von Sarkassa, ein gebildeter aber leider sehr schwacher Adeliger von Sarkassa. Und da waren wir nun, weg von unserem verschneiten Sarkassa mitten in der öden Wüstenlandschaft mit Namen Norfrim, um irgendein altes Zepter zu suchen. „Hier schlagen wir unser Lager auf“ befahl Karnock. Er wollte sich immer wichtig machen. Wir gingen so weit, wie er befahl, wir rasteten dort wo er wollte und wir assen das worauf er Lust hatte. Dachte er zumindest. Doch wir lagerten immer dort, wo es am sichersten war. Heute lagerten wir auf einer Klippe, von der wir eine gut! e Aussic ht hatten. Ich glaube, jetzt ist der richtige Moment, um über alles zu schreiben. Wir befanden uns nun in Norfrim, eine tückische und riesige Wüste, in der die Norfrims wohnten, die sich vom dunklen Gott in Alt Norfrim losgesagt hatten. Früher hiess Alt Norfrim Velothar, es war ein sehr schreckliches Land, nun ist es noch viel übler. Sarkassa, unsere Heimat, war im Süden, aber eisig kalt. Es war verschneit, doch wir hatten uns an die Kälte gewöhnt. Und Norg, zu dem die Grabesinsel gehört, ein dicht von Bäumen bewachsener Ort, in dem hauptsächlich Bogenschützen lebten, von dort kamen aber auch die besten Rüstungen aus Metall. Die Sarkassa sind etwa 1Meter und 75Zentimeter gross, und leben eigentlich ewig. Krankheiten können ihnen nichts anhaben, ausser sie fürchterlich zu nerven, wie etwa eine Erkältung, die 100 Jahre dauern kann, da wir sie nicht heilen können. Die Norgs sind gut 1Meter und 40Zentimeter gross, und leben durchschnittlich 90 Jahre. Die Norfrims sind nur 1Meter und 20Zentimeter gross, die in Alt Norfrim 1Meter und 30Zentimeter. Auch sie leben ewig, und Krankheit kennen sie nicht, ausser sie haben 24 Stunden lang nichts gegessen, dann werden sie Wahnsinnig. Der dunkle Gott oder der finstere Fürst ist gut 1Meter und 90 Zentimeter gross, kann sich aber vergrössern und verkleinern, meistens auf 2Meter und 10Zentimeter. Die Grabesinsel ist eine Insel, auf der die toten norgischen Könige begraben werden. Dann gibt es noch die unbekannte Insel, die ständig irgendwo anders ist, und von der man sagt, dass auf ihr Todesjäger leben, grausame Bestien, die, sobald sie jemand angesehen haben, diesen jemand töten müssen. Viele kehren als Geister zurück nachdem sie sterben und Jagen ihren Mörder, biss sie ihn getötet haben. Es gibt noch einige andere Völker, wie die Bergtrolle oder die Sindins, von denen ich vielleicht später berichte. Nun aber zu unserem Lager zurück. Alle hatten sich schlafen gelegt, und ich wurde als Wache bestimmt, wie immer. Ich glaube, ich werde die Zeit nutzen, um zu erklären was wi! r fünf w aren. Nun, wir waren alle Sarkassa, und wie wir uns zusammengeschlossen hatten ist wirklich lustig. Finde ich jedenfalls. Eines Morgens kamen Tamankon, Amadeus  und Karnock durch meine Tür, und Karnock sagte mir, dass er mich im Namen des Königs für eine Expedition braucht. Nach einem langen Gespräch einigten wir uns darauf, dass ich mitkam, aber nur wenn ein Dieb mit dabei währe, denn man kann ja nie Wissen. Nun hatten wir aber keinen Dieb, und Karnock wollte solange bei mir im Haus bleiben, biss wir einen Dieb hatten. Glücklicherweise stieg aber schon in der ersten Nacht Karmillo in mein Haus ein, und er kam nur mit, weil wir ihn sonst denn Wachen übergeben hätten, die ihn wohl getötet hätten- die Gesetze sind sehr streng in Sarkassa. Jedenfalls machte sich unsere Gruppe, die, aufgrund mangelnder Kreativität, den Namen „Schatzhelden“ bekam, sich auf um das Halsband  Arcorns zu suchen, eine prächtige Halskette, die einst Arcorn, der Hund der Götter trug. Es war ziemlich mühsam, aber es hatte sich gelohnt- irgendwie. Doch jetzt suchten wir nach diesem Zepter, und der einzige Hinweis den wir hatten war dieser: „In der Höhle unter dem Raben ist es versteckt, doch es wird bewacht“. Natürlich musste immer alles gut versteckt sein, am besten noch bewacht von hässlichen und stinkenden Wesen, aber wir mussten es schon noch erreichen können. Ich sah mir den Boden an- und machte grosse Augen, die ich jedoch nicht mochte und sie wegwarf. Dort, unter der Klippe war ein Loch, ziemlich gross, und darüber war ein Rabe! Vielleicht auch eine Krähe, aber ich war mir sicher: dort war das Zepter. Ich weckte die anderen und erklärte ihnen alles. Nun machten wir uns auf in die Höhle, und nach 10 Schritten standen wir vor einer Tür. Sie war verschlossen. „Nun, ich glaube jetzt bisst du dran, Karmillo“ sagte Amadeus, und Karmillo seufzte, murmelte „Natürlich“ und machte die Tür rasch auf. „Weiter geht es“ sagte ich, und Karnock sagte: „Klappe, das weiss ich schon selber“. So gingen wir weiter, und plötzlich waren wir wied! er auf e iner Klippe und sahen auf eine Halle hinunter. Ich wusste schon was da unten war, als wir die Höhle betraten, denn der seltsame Geruch konnte nur von Kerden kommen. Und tatsächlich, da unten waren sie, kleine, lästige, grüne fliegende Dinger, mit schuppiger haut und riesigen Ohren, langen Schnauzen, spitzen Zähnen und Stacheln auf dem Rücken, die alle quiekten und johlten, bissen und kratzten, und die sich gegenseitig verprügelten. Kurzum: unausstehlich waren. „Also das ist der Plan: wir gehen runter hauen sie, sie hauen ab, wir gehen weiter“ sagte Karnock freudig und Amadeus ergänzte „Wie immer“. Also machten wir es auch so. Das gab ein Geschrei, Gebrüll, Gejaule und Geheul, das mir die Ohren wehtaten. Doch schliesslich waren alle Kerden weg und wir konnten weiter. Und da war noch ein Raum, und darin war ein Drache. Ein riesiger, roter ,länglicher, flugfähiger doch Glücklicherweise schlafender Drache. Doch er trug eine Kette mit einem Ring um den Hals, und daran war ein Schlüssel. Ich wusste was zu tun war, schickte alle anderen zurück und ging auf den Drachen zu. „Guten Tag, Herr Drache“ sagte ich. Das war die korrekte Ansprache, höflich und gesitten. Der Drache blinzelte, erwachte und sagte „Guten Tag, wer sie auch sein mögen“. „Ich bin Marthanol von Sarkassa, doch für sie nur Marthanol“ sagte ich wieder. „Guten Tag, Marthanol, ich bin Erawen, Hüter des Schlüssels den du brauchst, und werde ihn dir vielleicht geben. Sage mir, für was willst du das Zepter?“. „Ich will es dem König von Sarkassa, dem Erben des Zepters, bringen“ „Wieso kommt denn der König nicht selbst?“ fragte mich der Drache. „Ich glaube, er will sich nicht in Gefahr begeben, Herr Erawen“. „So, und da schickt er austauschbare Leute, nicht?“ so und ähnlich versuchten Drachen die Leute unsicher zu machen, doch ich wusste, das es nur Gerede war. „Nun, wenn ich austauschbar wäre, hätte er mich dann nicht ohne Klinge weggehen lassen?“ „Hmmm, das ist ein gutes Argument, fürwahr. Ich bemerke auch, dass du und deine Kumpanen die Kerden vertrieb! en habt. Alle Achtung, die sind nämlich wirklich lästig gewesen“.  Der Drache wusste natürlich von Anfang an über meine Kameraden bescheid, denn er war schlau, selbst für einen Drachen“. „Doch dass ist nichts gegen eure Taten, du weiser Drache. Man erzählt sich viel über dich“ auch so musste man mit Drachen reden. Wenn er einem ein Kompliment gemacht hat, muss man ihm drei ehrliche Komplimente machen. „Was erzählt man sich den über mich?“ fragte der Drache. „Man sagt, ihr solltet habgierig sein und nichts hergeben wollen“ Antwortete ich, denn wenn der Drache seine drei Komplimente gekriegt hat, muss man ihm etwas unterstellen, und er wird einem vom Gegenteil überzeugen, und dann muss man ihm noch ein Kompliment machen. „ Ich werde euch beweissen das ich nicht habgierig bin. Hier, nehmt den Schlüssel und zeigt ihn allen, die glauben, ich sei habgierig“ sprach der Drache, riss sich den Schlüssel vom Hals und warf ihn mir zu. Ich verabschiedete mich mit den Worten „Vielen Dank, edler Spender, und noch eine gute Nacht“ „Gute Nacht, Herr von Sarkassa“ antwortete der Drache, machte die Augen zu und schlief wider. Ich ging zur Tür, sperrte sie auf, und da lag das Zepter, achtlos auf den Boden geworfen, etwa 30Zentimeter lang und aus Gold, mit roten Juwelen besetzt, leuchtend wie der Panzer des guten Erawen. Ich nahm es und rief den Anderen zu „Ich habe das Zepter“. Keine Antwort kam zurück. Ich ging wieder zurück, an dem erneut schlafenden Erawen und an der Höhle vorbei, in der die Kerden waren, die schon wieder zurückkamen. Ich ging aus der Höhle ins freie. „Hallo, ist da jemand?“ fragte ich. Danach hörte ich ein Pfeifen und ich spürte wie mich etwas am Kopf traf. Danach wurde alles schwarz.




Zweites Kapitel
 
Im Lager
 

 

 
Als ich wieder erwachte, stellte ich fest dass etwas auf meinem Kopf war. Ich versuchte mich daraus zu befreien, da merkte ich dass meine Hände und Füsse gefesselt waren. Ausserdem wurde ich getragen. Ich stiess mit meinen Füssen um mich und traf auf etwas weiches, rundes, Grosses. „Autsch“ kam es aus der Richtung, in die ich getreten hatte. „Ich glaube, der ist wach“ sagte eine tiefe Stimme langsam. „Ruhe“ quäkte eine andere Stimme, zweifelsfrei die eines Norfrims. Also wurde ich wohl von einem Zyklopen getragen, denn dies gut 3Meter hohen Kerle halfen ihnen teilweise. „Wer ist da?“ fragte eine Stimme von oben. Wir hielten an.  „Wer wohl? Mach auf bevor wir die Tür auframmen“ sagte die Stimme von vorhin. Ich hörte Kettenrasseln und ein quietschen, gefolgt von einem schwachen Aufprall. Wir bewegten uns wieder. Plötzlich hörte ich einen Schrei von Hinten. Ich wurde fallen gelassen und der Zyklop schien nach hinten zu stürmen. Ich hörte ein keuchen und dann war es ruhig. „Was ist denn passiert?“ fragte der Zyklop. „Der da hat die Handfesseln aufgekriegt und wollte mich erwürgen“ sagte ein Norfrim. „Selber schuld, du wolltest sie ja schnell und nicht gründlich Fesseln“ sagte die quäkende Stimme, wohl der Anführer der Bande. „Schafft sie in den Kerker, dort nehmt ihr ihnen dann die Säcke ab“ befahl der Anführer und ich wurde wieder gepackt und weggetragen. Man warf mich unsanft in eine noch viel unsanftere Grube, zog mir denn Sack vom Kopf, löste meine Fesseln und schloss dann die Tür zu meinem Gefängnis, natürlich erst nachdem der Norfrim der mir den Sack vom Kopf nahm draussen war. Nun merkte ich dass ich gar nicht alleine war, sondern dass meine Kameraden auch da waren. „Schön das ihr auch da seid, ich dachte schon, ihr wärt tot“ sagte ich. „Nun, alle von uns sind nicht da, Tamankon ist nicht da“ sagte Karnock. „Wo ist er denn dann?“ fragte ich ihn, und er antwortete „Er war schon weg bevor man uns schnappte, ich glaube er ist geflohen“ „Dann geht es ihm wohl besser als uns“ bemerkte ich „Kann sein“ sagte! Karnock . „Was ist überhaupt passiert?“ fragte ich. „Nun, du sprachst gerade mit dem Drachen da sagte Amadeus „Das macht er gut“ und dann hörte ich noch einen schweren Ast auf mich zuschnellen und dann war alles schwarz“ „Karnock, du erkennst einen schweren Ast an dem Geräusch das er macht wenn er auf dich zuschnellt?“ „Nun ja, vielleicht war es auch eine Keule, so genau kann ich das nicht sagen“. „Wieso sagen Amadeus und Karmillo eigentlich nichts?“ fragte Karnock. „Die sind immer noch bewusstlos“ „Was, immer noch? Sogar du bist wach“ „Was soll denn das heissen?“ „Ach nichts“ „Ruhe da drin“ sagte der Wächter. „Eh schon schlimm genug, dass ich hier euch Idioten bewachen muss!“ „Wieso, was möchten sie den lieber machen?“ fragte ich ihn. „Noch so ne dämliche Frage und du kriegst mindestens nichts mehr zu essen“. „So wie die Norfrims kochen wäre dass nicht schlimm“ sagte Karnock, worauf der Wärter „RRRRRUUUUUUUUUHHHHHHHHHEE!!!“ brüllte. „Was machst du denn für n’ Lärm?“ fragte der Zyklop. „Geht dich nichts an, Fettsack“ sagte der Wächter unwirsch. „Wie hast du mich eben genannt?“ fragte der Zyklop. „Fettsack, sag mal bist du taub oder nur blöd?“ antwortete der Wächter, was er besser nicht gemacht hätte, denn der Zyklop packte ihn und schleuderte ihn aus dem Lager. „Wie oft habe ich dir schon gesagt du sollst keine Norfrims rumschleudern?“ fragte der Anführer aufgebracht, doch der Zyklop meinte nur „Wenn mich jemand ärgert, schleudere ich ihn halt aus dem Lager“ Wenn du das noch einmal machst kriegst du was aufs Auge, und zur Strafe musst du nun die Gefangenen bewachen“ sagte der Anführer gemein. Der Zyklop setzte sich vor unsere Käfigtür und der Anführer ging. „Weißt du wie wir hier rauskommen?“ flüsterte Karnock mir zu. „Ja, allerdings ist der ziemlich verrückt“ „Macht nichts, normalerweise funktionieren die am besten“ bemerkte Karnock. Also gut, sei einfach still und lass mich machen“ flüsterte ich Karnock zu und wandte mich zum Zyklopen um. „Hey, du da!“ rief ich, und der Zyklop drehte sich um. „Was ist, du Winz! ling?“ f ragte er, genau wie ich es wollte. „Nun, ich frage mich nur wieso du dich von so einem Winzigen Norfrim herumkommandieren lässt“ „Nun er ist der Anführer, oder?“ fragte er nachdenklich, und das will bei einem Zyklop schon etwas heissen. „Ja schon, aber du bist doch viel stärker als er, warum bist du dann nicht der Anführer? Schliesslich könntest du ihn ja ganz leicht zerquetschen“ „Da ist schon was dran“ sagte er verwirrt und kratzte sich am Kopf. Na ja, er hat so einen komischen Stab, aus dem Pfeile fliegen, und er droht mir immer damit mir so einen Pfeil ins Auge zu schiessen“ sagte er leicht ängstlich. „Und wenn der Stab nicht mehr da wäre?“ fragte ich ihn. „Tja, dann würde ich wohl der Chef werden“ sagte er. „Was wäre wenn ich jemanden wüsste der den Stab stehlen könnte?“ „Kennst du denn jemanden?“ fragte der Zyklop strahlend, weil er sich wohl schon als Anführer sah. „Ja sicher, Karmillo dort drüben, der ist gerade aufgewacht“. Tatsächlich erhob sich Karmillo und sah sich verwirrt um. „Karnock, würdest du so freundlich sein und Karmillo alles erklären?“ fragte ich ihn. „JA sicher“ sagte er, unterdrückte ein lächeln und ging hinüber zu Karmillo, um ihm alles zu erklären, während der Zyklop gespannt zusah. Nach einiger Zeit nickte Karmillo uns sagte zum Zyklopen „Gut, wenn die Sonne untergegangen ist lässt du mich raus, dann stehle ich den Stab für dich“ „Oh danke, dass vergesse ich euch nie sagte der Zyklop überglücklich, wandte sich zur Sonne um und beobachtete sie, so als könnte er es kaum erwarten dass sie unterging. „Toller Plan“ sagten Karnock und Karmillo gleichzeitig, und ich bedankte mich bei ihnen. „Was ist denn eigentlich los?“ fragte plötzlich, und ich sah wie sich Amadeus erhob. „Erklär du es ihm, Karmillo“ sagte Karnock faul und lehnte sich zurück. „Ich schlafe erst mal“.
 
Mitten in der Nacht merkte ich wie der Zyklop Karmillo aus dem Käfig nahm, damit er den Stab stahl. Ich weckte Amadeus und Karnock, damit sie bereit waren. Schon nach wenigen Minuten kam Karmillo mit dem Stab zurück, der ein schmuckloses Stück Holz war, aber offenbar mussten magische Gegenstände nicht immer imposant sein. Der Zyklop strahlte und sagt uns, dass er nun sofort der Anführer werden wird. Er erhob sich, ging zu einem Zelt und griff hinein, worauf viele Schreie aus dem Zelt kamen. Schliesslich nahm er die Hand raus, einen Norfrim, offenbar den Anführer umklammernd. „Loslassen, aber sofort!“ brüllte er, womit er das ganze Lager weckte. „Nein, nun bin ich der Anführer“ sagte der Zyklop triumphierend und schleuderte ihn aus dem Lager, wie schon die Wache. Nun aber war das Lager ohne Anführer, denn Norfrims lassen sich nur von einem anderen Norfrim oder dem dunklen Gott kommandieren, und ohne Anführer spielen sie total verrückt. Bald darauf bekämpfte jeder Norfim jeden anderen Norfrim, und der Zyklop sah verwirrt zu. Schlieeslich war nur noch ein Norfrim da, doch der Zyklop setzte sich versehentlich auf ihn. Dann schlurfte er zu uns und sagte „Da ich jetzt wohl irgendwie Herrscher über diese Lager bin, und ihr mir geholfen habt, seid ihr frei“ Oh danke“ sagte ich höflich, während er ein Loch in die Mauer in unserer Zelle machte, damit wir weggehen konnten. So endete unser kurzer Aufenthalt im Norfrimlager.  
 

 

Drittes Kapitel
 
Der Rückweg
 

 
Nachdem wir aus dem Norfrimlager entkommen waren, fiel uns auf dass das Zepter fehlte, weshalb wir noch mal zurückgingen und der Zyklop es uns glücklich mitgab, da es ihn unangenehm an den Stab des ursprünglichen Anführers erinnerte, den Stab hatten wir natürlich auch mitgenommen. Nun folgte der lange Nachhauseweg durch die heisse Wüste, natürlich musste noch irgendetwas kommen, den ein Nachhauseweg ohne Erlebnisse ist doch wirklich langweilig, so etwas würde keiner lesen, geschweige den kaufen. Und wie es eben so üblich ist mussten wir ja noch in irgendein Abenteuer geraten, das ist eine alte Tradition. Doch genug davon, weiter mit der Geschichte. Wie sich alle vielleicht noch erinnern waren wir gerade aus dem Norfrimlager entkommen, wie ich schon vor einigen Sätzen sagte. Jedenfalls gingen wir nach Hause, und, oh grosse Überraschung, gerieten wir tatsächlich in ein Abenteuer. Eigentlich tauchte nur Tamankon wieder auf, der ja verschwunden war, begleitet von Sindins, die ich ja schon früher erwähnte. Die Sindins sind etwa 1Meter gross, tragen lächerlich grosse Hüte, sind ziemlich behaart (ob es sinnvoll ist, in der Wüste behaart zu sein ist ja auch egal), riesige Nasen und eine unerträglich Neigung immer alles besser zu Wissen. Normalerweise Handeln sie, wobei sie ein herrlich abartiges Transportmittel brauchen, nämlich riesige Schildkröten, die, aufgrund dessen das alles in Geschichten einen seltsamen Namen haben muss, Sindanels heissen. Sie sind recht schnell und haben eine Mulde im Panzer, in der man gemütlich sitzen kann, und, wenn es heftig regnet, auch baden oder ertrinken kann. „He, du da“ sagte plötzlich ein Sindin, und da er den grössten und lächerlichsten Hut hatte musste er wohl der Anführer sein. „Deine Erklärungen will Niemand lesen, die sind noch langweiliger als der Rest“ sagte er besserwisserisch. „Kann schon sein, aber langweilige Erklärungen gehören zu einem Buch“ sagte ich mit einer Mischung aus einer Entschuldigung und einer Beleidigung, auch wenn ich keine Ahnung hatte wie sich das ! anhörte. „Ist eigentlich auch egal, steig ein“ sagte der gleiche Sindin. Also kletterten wir die mindestens 10 Meter hohe Schildkröte hinauf, wobei ich mich wunderte das es auch bei uns Schildkröten gab und das wir einfach so raufklettern konnten, denn schliesslich haben Schildkröten keine Treppe. Wie dem auch sei, als wir oben waren, und ich gerade versuchte möglichst viele Kommas in einen Satz zu packen, sagte einer der Sindins „Hü“ zu der Schildkröte, welche nicht antwortete sondern Rückwärts ging. „Wechsel denn Gang“ sagte ein Sindin, und der Anführer der Steuerte sagte „Darauf wäre ich jetzt wirklich nie gekommen“. Also wechselte er auch den Gang, keine Ahnung wie, und die Schildkröte ging vorwärts. Jetzt fiel mir auch auf dass wir seit unserer Abreise vor 5 Tagen nichts gegessen hatten, und das machte mir Hunger. Also zündete Amadeus mit einem Feuerball kurzerhand einen Sindin an, damit wir einen anderen Sindin über ihm rösten konnten. Leider schmeckte er sehr schlecht, also assen wir die Äpfel die uns ein Sindin anbot. „Seht ihr, ich habe gleich gesagt er schmeckt schlecht“ fauchte er, woraufhin ich ihn fragte ob er auch schlecht schmecke. „Alle Sindins schmecken schlecht“ besserwisserte er, obwohl er genau wusste dass „besserwisserte“ kein Wort ist. Nachdem wir den wir den brennenden Sindin gelöscht und den gegessen ausgespuckt hatten entschuldigten wir uns bei ihnen, obwohl das gar nicht nötig war, denn es ist ja ganz normal dass Anhalter Leute grillen und essen. Erstaunlicherweise hatte ich mit meinem geistlosen Gelaber schon eine Seite gefüllt, und ich dachte mir das sag ich mal laut, doch dann dachte ich lieber doch nicht, obwohl vielleicht schon, nein, besser nicht. Mir war gar nicht aufgefallen das wir angehalten hatten. Das fällt einem natürlich nicht auf wenn man mit einem Wahnsinnstempo durch die Wüste rast und beim Bremsen mitten in einen Sumpf fiel, der durch eine erstaunlich unlogische Logik mitten in der Wüst von Norfrim waren. „Ab hier müsst ihr allein weiter“ sagte der Anführer der Sindins! mit mys tischer Stimme. „Wieso denn?“ fragte ich, während ich mich wunderte dass die Anderen lange nichts mehr gesagt hatten. „Das ist ganz leicht, jemand der euch hilft macht dass nur zu bis zu einem bestimmten Punkt, dann seid ihr wieder auf euch gestellt, obwohl ihr zum genau gleichen Ort wie ich wollt“ entgegnete der Anführer, und er, die riesige Schildkröte und die restlichen Sindins, die zwar zum gleichen Ort wie wir wollten, aber nie wieder auftauchten, verschwanden einfach im Nichts. „Wo sind wir?“ fragte Karnock, gerade als ich überlegte ob ich ihn nicht aus dem Buch streichen sollte. „Wir sind auf dem alten Friedhofssumpf, direkt neben dem alten Friedhof, in dem eine alte Bestie haust“ antwortete Amadeus, nur um auch mal wieder was zu sagen. „Da ist die Bestie!“ rief Karmillo, obwohl er die Bestie nie gesehen hatte un nur etwas rief, damit die Bestie auf uns aufmerksam wurde und die Story angefeuert wurde, obwohl ich sie versehentlich verbrannt hatte. Die Bestie, ein alter Nekromant, wie man sie auf jedem besseren Friedhof findet, drehte sich um und sagte „Ihr habt mein Reich betreten, und nun müsst ihr sterben!“. „Halt, erst musst du uns noch deine gesamte Lebensgeschichte erzählen, sonst ist das alles absolut stillos“ belehrte ich ihn, da er beinahe ein Klischee vergessen hatte. „Also, ich kam vor fünfzig Jahren auf diesen uralten Friedhof. Bald fing ich an mit Leichen zu experimentieren, während die nahe gelegenen Dorfbewohner immer neue brachten“ „Moment, da ich während du am erzählen bist auch einige Fragen stellen muss, muss ich dich Fragen wieso die Dorfbewohner, zumal hier in der nähe kein Dorf ist, immer noch Leichen hierher brachten, obwohl hier ein Nekromant haust“ unterbrach ich ihn, woraufhin er erklärte „Das musst du dich selbst Fragen, du schreibst diese Buch, oder schriebst. Nun ja, also gut, jetzt kommt die Stelle an der ich euch erkläre wie ich euch töte, was mir allerdings mit Sicherheit misslingt. Ich werde alle Leichen auferwecken, damit sie euch töten“ plapperte er, auch wenn es N! iemanden interessierte. Dann begann er mit seinem uralten, mystischen Auferweckungsritual, welches er sich gerade erst ausgedacht hatte, in einer fremden, längst vergessenen aber dann doch noch neu entdeck und in Deutsch umgewandelt wurde, was jeder, auch Leute aus einer nicht existierenden Welt, eines fremden Planeten oder eines andern Universums sprechen. Und diese Beschwörungsformel ging so:
 

 
Oh ihr schon lange toten, gar nicht roten
 
Leichen, wobei Leichen natürlich immer tot sind,
 
kommt herbei aus euren seichten, mehrere Kilometer tiefen Gräbern,
 
wobei natürlich auch Leute aus einer anderen Welt Kilometer und Meter kennen,
 
und kämpft für mich, obwohl ihr dazu keine Lust habt.
 

 
Natürlich versuchten die Leichen sich aus denn Gräbern zu erheben, doch die meisten erstickten in ihren Gräbern, den auch Zombies brauchen Luft. Einer schaffte es, keuchte erschöpft, und ging dann ganz langsam mit ausgestreckten Armen auf uns zu, allerdings legte ich ihm eine Bananenschale vor die Füsse auf der er ausrutschte und in einem Grab landete. Da der Nekromant Ironie liebte schickte er uns mit Magie direkt zu unserem König, was Amadeus eigentlich auch hätte machen können aber einfach keine Lust hatte. So endete schon wieder ein Kapitel.
 

 

Viertes Kapitel
 
Eine Fortsetzung
 

 
Wird bald entstehen. Bis dahin ist das Buch glücklicherweise zu ende, bis mir eine Fortsetzung eingefallen ist.
 




Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Michel Sommer).
Die Geschichte wurde auf Wunsch von Michel Sommer auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.07.2010. - Infos zum Urheberrecht


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