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Aus der Kategorie „Märchen“ (Kurzgeschichten):

Christoph Platen

Die Bauerntochter auf der Kartoffel

Es war einmal ein Bauernsohn. Der lebte zur gleichen Zeit wie die Prinzessin auf der Erbse. Er hatte von ihr gehört und auch vom Empfindlichkeitstest des Prinzen. Es stellte sich während der Ehe der beiden heraus, dass die Prinzessin nicht nur auf der Matraze sehr empfindlich war, sondern auch in anderen Lebensbereichen. So trennte sie sich nach einigen Jahren vom Prinzen wegen seiner Bartstoppeln, weil er sich nicht gut rasieren konnte. Der Bauernsohn dachte sich: Das soll mir nicht passieren. Ich mache ebenfalls einen Test, aber auf Unempfindlichkeit. So verstärkte er sein Gästebett und legte zu unterst einen Sack Kartoffel darauf. Als er die dritte Matraze auflegen wollte, dachte er bei sich: Dies fällt wohl doch auf. Und er nahm eine Kartoffel aus dem Sack. Dann betrachtete er das Ganze und meinte, dass es immer noch aufallen würde. So nahm er dann, immer wieder prüfend, ob es auffällt, eine Kartoffel nach der anderen aus dem Sack, bis nur eine übrig blieb. Als er dann alle vorgesehen Matrazen, es waren dann doch nur zwei, aufgelegt hatte, machte er sich auf dem Weg, um eine Frau zu suchen. Er wollte aber eine vom Fach neben sich stehen haben, also eine Bauerntochter. So besuchte er die Bauernhöfe in der Umgebung. Aber die Bauerntöchter  waren meistens alle schon vergeben oder lehnten dankend ab. Bei einem Bauernhof schien er Glück zu haben. Er stellte sich vor und trug, wie bei den anderen Bauerhhöfen auch, sein Anliegen vor: Ich bin ein Bauernsohn und suche eine Frau. Darf ich Dir meine dummen Kühe, schwarzen Schafe und zickigen Ziegen  zeigen? Die Bauerntochter sprach in einen derben Ton, wie eine sehr korpulente Bauerntochter nur antworten konnte: Jojo, ich komm\' mal mit. Und so führte er sie zu sich auf dem Hof, den er im Falle einer Heirat erben sollte. Als er ihr den Hof gezeigt hatte, war es schon spät geworden. Da sprach er: Es ist schon spät. Ich habe ein Gästebett vorbereitet. Du kannst da übernachten. Am nächsten Morgen fragte er sie: Wie hast Du  denn geschlafen? Hast Du etwas besonderes bemerkt? Gut habe ich geschlafen, antowrtete sie. Etwas besonderes habe ich nicht bemerkt. Da sprach der Bauernsohn: Weil Du nichts gemerkt hast, sollst Du meine  Frau werden. Als die Hochzeitsvorbereitungen im vollen Gange waren, sprach jemand den  Bauernsohn an: Bauernsohn, tu es nicht. Du läufst in dein Unglück. Die merkt auch in anderen Dingen nichts. Aber Bauer ignorierte diese Warnung und heirate die Bauerntochter. Die Bäuerin lebte glücklich und  zufrieden bis an ihr Lebensende, der Bauer aber nicht.
 




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Die Geschichte wurde auf Wunsch von Christoph Platen auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.07.2010. - Infos zum Urheberrecht


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