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Aus der Kategorie „Unheimliche Geschichten“ (Kurzgeschichten):

Joachim Harksen

Der Ausflug

Ich war ziemlich wütend, der gestrige Tag war wirklich übel gelaufen, einer jener Tage die man am besten schnellst möglich wieder vergisst. Oder besser gesagt, einer von den Tagen an dem man am besten den Wecker in die Ecke schmeißt, sich Stöpsel in die Ohren packt, umdreht und einfach weiter pennt.
Ich war jetzt 42 Jahre alt. Single. Der Blick in den Spiegel machte mir auch kaum Hoffnung, ein braun haariger Typ mit deutlicher Stirnglatze und einem Doppelkinn, das die Folge von zu wenig Sport und falscher Ernährung war. Hier musste etwas geschehen. Aber nicht heute. Ich nahm mir vor, bei nächster Gelegenheit ins Gym zu gehen und was zu tun. Zeit hatte ich ja seit gestern reichlich. Ich hatte den Tag vorher nach langem Überlegen meinen Job gekündigt, es war einfach nicht mehr auszuhalten. Die ständigen Intrigen im Büro. Man musste jedes Wort auf die Goldwaage legen. Ansich mochte ich meinen Job im Vertrieb. Aber wie das Leben so spielt. Sollten Sie machen, was Sie wollten. Sie würden es ohne mich machen. Ich hatte keine Lust mehr. Aus und vorbei! Was sollte es? Lamentieren nutzte nichts, wie sagte meine Mutter früher immer. Besser ein Ende mit Schrecken als nie ein Ende. Außerdem gab es ja auch noch positives.
Ein Ausflug stand an. Ich wollte mit  Freunden einen Ausflug in den Wald machen. Genauer im schönen Odenwald, bei Osnabrück der nicht allzu weit entfernt war. Wandern und auch ein bißchen die Kulturgeschichte erfahren. Schließlich war das  eine Chance, wenigstens für eine Zeit lang die Misere zu vergessen und eine schöne Zeit mit meinen Freunden zu verbringen.  Ich hoffte auch auf gute Fotos, meine geheime Leidenschaft.  Das Wetter schien zumindest auf meiner Seite zu sein. Nachdem es in der Nacht heftig geregnet und gestürmt hatte, Zeigte sich der Himmel im schönsten blau das man sich vorstellen konnte. Die schlechte Stimmung war sozusagen wie weggewaschen. Keine Wolke am Himmel, wie ich feststellte, sobald ich das Haus verliess.Erst mal zündete ich mir eine Kippe an. Mein Auto war startklar und stand vollgetankt auf dem Parkplatz. Als ich Platz genommen und den Schlüssel im Schloss umdrehte, erwachte die zwei Liter Maschine meines schwarzen Suzuki Jeeps gehorsam zum Leben und lief mit sattem Brummen. Die Strassen waren um Diese Zeit sowieso noch nicht so arg  überlastet. So dass ich gut zu meinem Ziel durchkam. Im Gasthaus zum Hasen sollten  meine Freunde Hans und Gerda bereits warten. Sie waren jung verliebt, beide 40 und hatten jeweils ein Kind, ein Sohn und eine Tochter die typische Patchworkfamilie. Beide kannte ich schon recht lange, als Sie noch kein Paar waren, die hübsche wilde Gerda war mal eine Zeit lang meine Freundin gewesen, für meinen Geschmack feierte Sie aber zu gerne. Mit der Treue nahm Sie es auch nicht so genau. Was schließlich zur Trennung führte, mein bester Freund Hans wurde mein Nachfolger und Sie hatten beide auch grade keine Arbeit. Zeit hatten wir also alle drei reichlich verfügbar. Der Tag lief eigentlich recht gut fand ich. Vor dem Gasthaus. Bei dem es sich um ein renoviertes Fachwerkgebäude handelte. Welches einen angenehm gemütlichen Charme verbreitete,  waren sogar Parkplätze zu bekommen. Was nicht immer der Fall war. Das Handy läutete, Hans war dran. Das war kein gutes Zeichen. „ Ja, eeeeeeeeeeehhh alddddder, wat gejat?“ „Bis jetzt gut, erzähl mir aber jetzt nicht, dass Ihr nicht kommen könnt. Ich bin schon im Hasen.“ „Eeeeeee hhhhh Mann, dat tut mir leid, aber du weest ja, dat  Gerda schwanger ist, Sie hat sich vorhin übergeben, ist glooobe ick heute nicht so dolle. Lass uns den Tripp auf ein andermal verschieben.“ „Alles klar Mann, können wir machen.“ Ich legte auf und dachte mir dabei was für ein mieser Lügner. Ich wusste genau das Gerda und er sich  am Abend vorher einen auf die Lampe gegossen hatten, kein Wunder dass es Gerda schlecht war. Aber was sollte es. Ich konnte mich einem anderen Projekt widmen. Das ich schon länger geplant hatte. Ich würde einem Grosssteingrab einen Besuch abstatten. Unweit von Osnabrück. Es hatte auch den passenden Namen dafür. Teufels Backtrog, oder auch Teufels Teigtrog. Ich war früher schon mal in der Gegend gewesen und wusste Daher um die Geschichten, die in der Gegend kursierten. Aber es wahren eben nur lokale Mythen, die keiner wirklich ernst nahm.  Die Leute erzählten sich schon seit Jahrhunderten Geschichten, dass an diesem Ort im Wald seltsame Dinge vor sich gingen, der Teufel war schon öfter gesehen worden. Ich interessierte mich schon lange für alten Volksglauben, Mythen und Märchen. Warum also sollte ich nicht mein Reiseziel etwas ändern, und mich sozusagen bei Satan zu Kaffee und Kuchen einladen. Ich grinste bei diesem Gedanken. Zwar war ich kein Ghosthunter, aber Diese Dinge hatten mich schon immer fasziniert. Ich sah auf die Uhr, vor mir  lag eine  Stunde Fahrtzeit. Immer vorausgesetzt ich kam gut durch den Verkehr. Bevor ich losfuhr genehmigte ich mir aber noch eine ausgiebige Mahlzeit, in der schönen Wirtschaft. Dann holte ich mir noch drei Päckchen Zigaretten und zwei Flaschen Zero Coke vom Kiosk.Jetzt konnte es losgehen. Ich hatte tatsächlich Glück und kam glatt durch. Nach einer Stunde hatte ich die Außenbezirke von Osnabrück erreicht und fand Dank Navi auch gleich die Ausfahrt zu den Gräberstätten, es tauchten auch bald die ersten Hinweisschilder auf die Hühnengräber auf. Das Wetter war inzwischen umgeschlagen. Der bislang so freundlich Azurblaue Himmel hatte eine graue Färbung angenommen. Wolken waren im Anmarsch. Auch konnte ich durch das offene Fenster wahrnehmen, dass der Wind langsam an Stärke Zunahm. Allerdings hatte der Wetterbericht versprochen, dass es trocken bleiben würde. Außerdem hatte ich immer feste Schuhe und eine zusammenlegbare Regenjacke im Auto, etwas Regen würde mir nicht wehtun. Da war auch schon der Parkplatz. Der efreulicherweise nicht allzu dicht geparkt war. Einige Fahrer von Touristenbussen standen in einer Ecke zusammen und palaverten bei Kaffee und Zigaretten.  Ein paar Kinder rannten umher und spielten Fangen. Dazwischen der entnervte Ruf einer Mutter. „Carina, nun komm endlich, wir wollen heim!“ Unwillkürlich folgte ich den Blicken der Mutter, Sie war recht hübsch noch sehr jung, um die dreißig, eine blonde Mähne die im aufkommenden leichten Wind umherflog. Enge Jeans mit extra eingerissenen Löchern gaben den Blick auf einen braungebrannten Körper frei. Dazu trug Sie eine leichte weiße Seidenbluse mit Bauschärmeln und dazu hohe weiche, schwarze bis an die Knie reichende Stulpenstiefel. Sie sah ein bißchen wie die Piratenbraut aus, fand ich. In mein Blickfeld kam nun auch ein ca. Achtjähriges ebenfalls blondes Mädchen, das seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein schien. Es musste die Tochter der Frau sein. Ja richtig, die kleine ging leicht schmollend auf Ihre Mutter zu, die Sie in Empfang nahm und beide gingen Hand in Hand zu einem schwarzen Merzedes in dem ein Mann schon wartete. Ich kümmerte mich nicht weiter um die Szene. Meine Augen suchten den richtigen Weg. Ich hatte meine Jacke und den Fotoapparat aus dem Wagen geholt und Ihn abgeschlossen. Als ich in Richtung der Gräber losging kam ich auch an der Gruppe der wartenden Busfahrer vorbei, die mich aber nur gelangweilt registrierten und sich Dann weiter Ihrem Gespräch widmeten. Einer allerdings sprach mich Dann doch kurz an.“Heh, Sie Herr. Das Wetter schlägt um, es wird dunkel, Sie sollten nicht alleine in den Wald gehen. Die Touristen kommen gleich wieder, dann sind Sie hier ganz alleine. Niemand kann Ihnen helfen. Wenn Ihnen was passiert.“ Ich sah mir den Sprecher an, ein älterer freundlicher Mann, der die sechzig mit Sicherheit schon überschritten hatte. Das schlohweiße Haar saß dicht und wie angeklebt auf seinem Kopf mit dem wettergegerbten Gesicht. Er war leger gekleidet und sah mich freundlich an.„Vielen Dank, für die Warnung. Herr?“ „Einfach nur Toni.“ Er lächelte und reichte mir die Hand. Ich gab Ihm meine zum Gruß. „Ich heiße Tom.“ „Ich bin das erste Mal hier Toni, ist das denn hier gefährlich? Ich bin nicht eben schreckhaft.“ Er wiegte kurz den Kopf und überlegte. „Gefährlich an sich nicht, aber es wird bald dunkel, der Wald ist sehr dicht und gerade wenn man sich nicht auskennt, sollte man nicht alleine gehen, die Wege sind rutschig, wie Schmierseife, wenn es regnet. Hier verschwinden auch immer wieder Leute. Erst letzten Monat ist ein alter Mann hier verschwunden, er hat wohl Pilze gesucht. Hauser hieß der glaube ich. Der ist nie mehr wieder gekommen. Der Wald hat Ihn sich geholt.“ Seine Stimme hatte sich bei den letzten Worten zu einem verschwörerischen Flüstern gesenkt. Ich konnte nichts dagegen tun, mir rann ein Schauer über den Rücken. „Heh, Toni, haste wieder einen gefunden, dem du deine Schauergeschichten andrehen kannst?“ Die anderen Männer waren aufmerksam geworden und lachten über den letzten Spruch. Es war ein noch junger Mann aus der Gruppe der Fahrer der gesprochen hatte. „Wissen Sie, der Toni ist ein herzensguter Mensch, aber er ist halt auch ein Spinner, der den alten Schmarr`n glaubt.“ Toni drehte sich unwirsch um. „Ach ja Stefan, werde du doch erst Mal erwachsen, und Ihnen empfehle ich, gehen Sie nicht alleine da rein der Wald ist dunkel und sehr groß.“ „Danke Toni, aber mir gehts da wie Ihrem jungen Kollegen, ich glaube nicht an Diese Geschichten. Trotzdem danke ich Ihnen für Ihren Rat.“ Ich nickte Toni freundlich zu und drehte mich zum gehen. „Na ja, wenn`s denn unbedingt meinen.“ „Vorläufig ist ja noch Nachmittag und es regnet noch nicht lange wollte ich eh nicht bleiben.“ Toni wande sich wieder seinen Kollegen zu  und hatte mich schon vergessen, als ich mich auf den Weg machte. Der Weg war gut ausgebaut ein wenig rutschig, war es allerdings bereits, durch den aufkommende  Nieselregen. Der aber nur ganz fein durch Bäume fiel und vom dichten grünen Blätterdach weitgehend gestoppt wurde. Es wurde auch wirklich merklich dunkler. Ich überlegte ob Toni nicht vielleicht doch Recht hatte, mit seiner Warnung, heute auf diesen Ausflug zu verzichten. Ich schalt mich einen Narren und marschierte weiter. Die Hinweisschilder sagten, dass ich in etwa zehn Minuten den Platz erreicht haben sollte. Vielleicht kamen noch  ein paar gute Fotos heraus. Munter marschierte ich weiter, und war schon recht gut vorangekommen, als mein Blick von etwas blinkendem auf dem Boden eingefangen wurde. Ich stutzte kurz und dachte, vielleicht hat ein Touri eine Dose weggeworfen. Aber das blinken wurde deutlicher und nahm meine Blicke gefangen. Ich ging in die Richtung und bemerkte dass etwas auf oder eher im Boden blinkte. Ich befand mich etwas abseits vom normalen Weg, was mir gar nicht aufgefallen war. So sehr nahm mich das blinken gefangen. Ich hatte die Stelle erreicht. Bückte mich. Da  war irgendwas leicht im Boden vergraben. So dass ich etwas Kraft aufwenden musste. Nach zwei Minuten hatte ich es geschafft. Es war etwas rundes. Vielleicht ein Geldstück, dachte ich. Ich nahm das runde matt silbrig glänzende Teil und sah.  Es war eine Münze, oder eine Medaillie, augenscheinlich schon recht alt. Mit merkwürdigen Schriftzeichen versehen, die ich nicht lesen konnte. Ich hatte wohl eine alte Münze gefunden. Sie war so groß, wie eines der alten Fünfmarkstück Stücke, aber sehr viel schwerer mit einer grünlichen Patina überzogen. Ich überlegte, wer hat die wohl hier verloren hatte. Gedankenverloren spielte ich mit dem Geldstück in meinen Fingern. Ich drehte und wendete Sie interessiert. Dabei bemerkte ich kaum, dass es immer dunkler wurde. Der Nebel kam in dichten Schwaden und sehr schnell auf, innerhalb kurzer Zeit war die Sicht extrem eingeschränkt. Aber ich war bereits an den Steinen angekommen. Nur machte das eigentlich wirklich keinen Sinn mehr. Wie Toni vorhin gesagt hatte. Der Nebel machte es unmöglich einigermaßen gute Fotos zu bekommen. So dass ich mich verärgert kurz umsah. Auch jetzt bei kaum Sicht konnte man die erstaunlichen Abmessungen der tonnenschweren Grabsteine erahnen. Jetzt im Nebel machten Sie einen unheimlichen Eindruck. Wie in einem Horrorfilm. In mir stieg langsam Panik hoch. Ich war kein ängstlicher Mensch, aber diese unheimliche Stimmung war mir dann doch zu viel. Der Nebel schien wie dicke Watte, jedes Geräusch aufzusaugen, praktisch zu schlucken. Die Sicht war extrem schlecht. Plötzlich viel mir auf, das es fast vollkommen still war. Ungewöhnlich, etwas ungutes machte sich langsam bereit, schien nach mir zu greifen. Aber das war nur Einbildung, sagte ich mir.Alles wurde durch den Nebel unscharf, konturlos, wie mit einem Weichzeichnerprogramm verfremdet.  Der Weg begann sich in eine Rutschbahn zu verwandeln. Da der Boden durch den zunehmenden Regen und den Nebel aufgeweicht wurden.  Zudem war der Weg leicht abschüssig. Und nicht eben. Angesichts der Umstände entschied ich mich für den Rückweg. Das machte wirklich keinen Sinn. Das Wetter hatte gesiegt. Die Sicht wurde immer schlechter. Irgendwann, war der Punkt erreicht, an dem man keinen Meter weit mehr sehen konnte. Ich war in Schwierigkeiten. Das war keine Frage. Ich kannte die Gegend nicht und war alleine wie es schien. Auch hatte ich mich verirrt, ich sah keine Schilder mehr. Ich hatte diesen Gedanken noch nicht ganz zu Ende gedacht, als ich plötzlich so ein leises Murmeln vernahm. Das einzige Geräusch, ansonsten war es still.  Es hörte sich an wie Stimmen, die da durch den dichten Nebel drangen. Erleichtert atmete ich auf. Die Panik die langsam in mir hochkroch, war gewichen. Da waren andere Menschen, die hoffentlich den Weg kannten. Den soviel musste ich mir eingestehen. Ich hatte verirrt. Was ja bei diese Sicht kaum ein Wunder war. Aber ich war schnell wieder obenauf, wo Menschen waren konnte ich Hilfe bekommen. Diese Menschen kannten sicher den Weg. Ich folgte also entschlossen dem Geräusch. Das Murmeln wurde etwas lauter. Ja, das waren Menschen. Ich konnte allerdings nicht verstehen, was Sie sprachen. Der Nebel verschluckte die Geräusche wie ein Wattebausch. Die Richtung stimmte aber, da die Geräusche lauter wurden.Nach einigen Minuten wuchs eine dunkelgraue Masse aus dem Nebel. Sie hob sich deutlich gegen die hellere Nebelwand ab. Die Steine, ich hatte wieder eine Orientierung. Aber etwas war seltsam, etwas schien anders zu sein. Es war nicht nur dunkelgrau, was ich ja erwartet hätte. Sondern ich sah auch einen grünlichen Schein. Erst nur ganz leicht. Aber als ich näher kam. Wurde das Leuchten intensiver. Wie wenn man eine grüne Neonröhre eingeschaltet hätte. Der Nebel selber leuchtete. Was um alles in der Welt konnte das sein? Die Stimmen wurden nun auch lauter. Ich konnte verschiedene Stimmen unterscheiden. Junge, alte, gebrechliche, die aber anscheinend nicht miteinander zu reden schienen. Es war ein Durcheinander von Stimmen. Auch die Laute waren seltsam. Ich vermutete dass sich da jemand in einer fremden Sprache unterhielt. Vielleicht Touristen aus dem Ausland dachte ich mir.. Die  gewaltigen Steine des Hühnengrabes sah ich  deutlich vor mir . Ihr dunkles grau, wurde vom grünen intensiven Leuchten überlagert. Die Menschen konnte ich noch nicht sehen. Oder doch. Ich erschrak. Von einer Sekunde auf die andere, hatte sich die Situation verändert, ich  war ich in ein grauenhaftes unverständliches Geschehen geraten. Ich spürte auch wie ich von dem grünen Schein erfasst wurde. Er war nicht warm, wie ich zuerst angenommen hatte. Etwas anderes nahm ich war. Er pulsierte, ich wurde von einer Art Energiestrom erfasst. Langsam erwachte ich aus meiner Erstarrung, die mich erfasst hatte. Ich wollte dem ersten Impuls folgen und nur noch hier wegkommen. Plötzlich war mir klar. Dass ich hier in eine Falle geraten war. Die für mich böse Folgen haben konnte. Aber der Energiestrom hatte mich erfasst und hielt mich eisern  umklammert. Flucht war unmöglich. Ich fühlte, wie ich langsam immer mehr in Richtung der großen Megalithen gezogen wurde. Ich erinnerte mich an den Flughafen Amsterdam. Dort gab es Transportbänder für die Passagiere, auf denen man vorwärts befördert wurde, ohne laufen zu müssen. Etwas ähnliches passierte hier auch. Ich wurde eingehüllt wie in einen Kokon aus grünem Licht und wurde langsam aber sicher immer weiter auf den Felsen gezogen. Schließlich war ich so nahe, dass ich Ihn berühren konnte, wenn ich die Hand ausstreckte. Jetzt musste ich die harte Wand fühlen. Aber meine Überraschung war groß. Ich fühlte nichts. Der Felsen hatte keine Materie. Ich wurde von der Kraft in den Felsen hineingezogen. Dieser Vorgang passierte recht schnell und war völlig geräuschlos. Ich war so überrascht, dass ich nicht mal schrie. Ich drang durch die äußere Schicht des Felsens und sah vor mir eine grau schimmernde Fläche. Die mich in sich aufsog. Wie ein Schwamm das Wasser. Ich war im Felsen gefangen.
„Heh Toni, hast du irgendwas gefunden?“ „Nein John, wir können die Suche aufgeben, den Typ finden wir nicht mehr, wie hieß der, Tom oder so, vielleicht war er auf der Flucht und ist untergetaucht. Wir schleppen seinen Jeep ab, wenn er wieder auftauchen sollte, können wir Ihm den Wagen übergeben.“ „Glaubst du er taucht wieder auf?“ Stefan ein junger blonder Mann hatte die Frage gestellt, die alle im Suchtrupp umtrieb, aber niemand offen aussprechen wollte.“ Toni antwortete,„Er ist bestimmt hier, das wisst Ihr so genau wie ich.“ Alle lachten, „Ja, ja, Toni, die Steine haben Ihn sich geholt.“ Die Gruppe verließ lachend den Platz der Steine.
Ich hatte alles sehen und hören können. In der Hand hielt ich noch die Münze, eine Stimme sagte, „Du hast gewählt.Du hast meine Münze genommen, du wurdest bezahlt.Deine Seele gehört mir.“
Meine Schreie verwehten ungehört.
Stille.
 
                                                                    Ende
 
 




Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Joachim Harksen).
Die Geschichte wurde auf Wunsch von Joachim Harksen auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.07.2010. - Infos zum Urheberrecht


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