27. Juli 2010
Kindheit:
Erst führt der Weg gerade aus,
ist leicht zu begehen und trotzdem,
verleitend um ihn zu erforschen.
Geführt und wohlbehütet wird der Weg begangen.
Langsam aber stetig, geht’s vorwärts,
mit gemächlichen Steigungen,
man hat ja viel Zeit...
Jugend:
Doch plötzlich geht’s steil bergauf,
über Felsen und Klippen,
gefährlichen Steilhängen entlang
Ausgelassen, fröhlich wird der Weg begangen.
Die Grenzen auslotend geht es hinauf,
man stößt sich an, erleidet Schmerzen,
die jedoch schnell mal verweh’n...
Erwachsen:
Nun zieht er sich über geschwungene Alpen,
einem Bach entlang, der gurgelnd und singend,
gemächlich, aber stetig durch die Landschaft fließt.
Besinnlich, mit innerer Ruhe wird der Weg nun begangen.
Milde Lüftchen wehen entgegen,
erfüllt voller Liebe und Herzlichkeit,
zieht weiter durch duftende Gärten...
Alter:
Steinig, in engen Windungen geht’s jetzt bergab,
nicht immer einfach zu begehen,
ab und an liegen Wurzeln und Steine quer.
Nun wird der Weg mit Umsicht und Vorsicht begangen.
Da ist auch wieder der Bach so nah,
wie wild und ungezähmt er doch rauscht.
Abrupt endet der Weg nun abgrundtief,
der Bach stürzt hinab in die
Unendlichkeit...
© Hans-Peter Zürcher
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